2. Coburger Erzähltage
vom 18. - 24. Juli 2011

Der Erzähler

an sich ist … erst einmal Mensch, der die Begegnung mit anderen Menschen sucht und findet. Gelernt ist gelernt; methodisch und didaktisch zu erklären. Doch dann bei Anwendung seiner professionellen Instrumente erreicht er niemanden über den Kopf … sondern von Herz zu Mund zu Ohr zu Bauch. Dort, wo wir nachempfinden, was Leben alles sein kann, um dann in den kleinen leisen Momenten mitzufühlen und in den anderen lauthals miteinander loszuprusten. So war und ist das Erzählen noch heute ein Grundnahrungsmittel, von dem wir lange zehren können.

Es sind nicht so sehr die großen Momente,
des Rufens, Lachens, Pfeifens und Staunens
des enthusiastischen Klatschens und Raunens.
Oft sind es vielmehr die kleinen Momente,
wenn plötzlich kein einziger Stuhl mehr knarrt,
keine Sohle mehr über den Boden scharrt
Der Atem stockt, nur kurze Zeit, doch lang wie eine Ewigkeit,
wo kein Kopf mehr versucht alles abzurunden.
In diesen Momenten, den leisen Sekunden,
in denen das Nichts so viel bedeutet,
weil manche versteckte Seele sich häutet,
hat sich etwas bewegt.